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Kontorhausviertel

Imposant und voller Details

Das Bürohausviertel der Moderne

Das Kontorhausviertel, zwischen Meßberg und Steinstraße gelegen, ist eines der eindrucksvollsten Stadtquartiere der 1920er Jahre in Deutschland.

Das an die Speicherstadt angrenzende Kontorhausviertel ist ein zusammenhängendes, dicht bebautes Areal, gekennzeichnet durch große Bürokomplexe, die von den 1920er bis zu den 1950er Jahren errichtet wurden, um Unternehmen mit hafenbezogenen Aktivitäten aufzunehmen. Gemeinsam bilden diese benachbarten Quartiere ein hervorragendes Beispiel für ein kombiniertes Lagerhaus-Büro-Viertel, das mit einer Hafenstadt verbunden ist.

Verankert durch das ikonische Chilehaus, zeichnen sich die großen Bürogebäude des Kontorhausviertels durch ihre frühe modernistische Backsteinarchitektur und die Einheit ihrer Funktion aus.

Chilehaus Innenhof Blick nach oben

Das Chilehaus, der Messberghof, der Sprinkenhof, der Mohlenhof, der Montanhof, das ehemalige Postgebäude in der Niedernstrasse 10, das Kontorhaus Burchardstraße 19-21 und das Miramar-Haus dokumentieren die architektonischen und städtebaulichen Konzepte, die im frühen 20. Jahrhundert entstanden sind.

Während die Bürohausarchitektur der 1920er und 1930er Jahre international noch durch den Beaux-Arts-Stil bzw. andere historisierende Formen geprägt wurde, wiesen die Bürohausbauten des Hamburger Kontorhausviertels bereits moderne Klinkerfassaden in expressionistischen und sachlichen Architekturformen auf.

Zeitleiste

Die Entwicklung des Kontorhausviertels

Vom ersten Bau im Kontorhausviertel bis in die Nachkriegszeit.

Haus Gülden Gerd 1898 Kontorhaus Hamburg
1898
1898
Kontorhaus von 1898

Haus Gülden Gerd

Kontorhaus von 1898 in der Steinstraße. Erbaut von den Architekten Zauleck und Homann. An der Fassade aufwändiger expressionistischer Dekorationsstil.
Polizei Kontorhausviertel
1906-1908
1906-1908
Polizeikommissariat 14 – Außenstelle Klingberg

Dienstgebäude der Landherren-schaften / Polizeiwache

Die Polizeiwache wurde 1906 -1908 aufgrund eines 1904 gestellten Antrags des Senats an die Bürgerschaft durch Architekt Albert Erbe errichtet. Der eigentliche Zweck des Gebäudes war ein Dienstgebäude für die Landherrenschaften, gleichzeitig wurde aber auch eine Polizeiwache installiert. Das Gebäude ist Teil des Welterbegebietes und wurde im Stil des Hamburger Bürgerhausbarocks des 18. Jahrhunderts gestaltet und konzipiert und soll durch die Verwendung von Backstein, hohen Dächer und Sprossenfenstern norddeutsche Bodenständigkeit ausdrücken. Es zählt zwar nicht zu den Kontorhäusern, ergänzt aber räumlich die Südwestecke des Chilehauses. Das Gebäude wird geziert von Skulpturenschmuck, der auf Fischerei und Landwirtschaft hinweist. Das Gebäude wurde 1999 unter Denkmalschutz gestellt.
Historische Aufnahme Miramar Schopenstehl 15 DA Bildarchiv
1921-1922
1921-1922
Das erste Kontorhaus des neuen Viertels

Miramar Haus

Das Miramar-Haus wurde in den Jahren 1921 bis 1922 als eines der ersten Kontorhäuser im neu entstehendem Kontorhausviertel errichtet. Der Architekt Max Bach plante das Gebäude für die Miramar Handelsgesellschaft m.b.H.
Kriegseinwirkungen im Zweiten Weltkrieg führten zum Verlust des Steildachs, das ursprünglich das Staffelgeschoss nach oben abschloss. Beim Wiederaufbau entstand ein niedrigeres Staffelgeschoss mit Flachdach.
Steinstrasse Architekturarchiv
1921-1924
1921-1924
Ehem. Karstadt Hauptverwaltung

Finanzamt Steinstraße

Das in den Jahren 1921-1924 von Philip Schäfer errichte Gebäude ist eines der ältesten im Kontorhausviertel und bildet den nördlichsten monumentalen Komplex. Es steht sinnbildlich für die Wiederaufnahme der vor dem Ersten Weltkrieg entwickelten Architektur eines kolossalen Neoklassizismus. Ursprünglich war das Gebäude mit seiner langgestreckten Fassade aus Sandstein für die Hauptverwaltung der Rudolf Karstadt AG errichtet worden, die bis 1936 hier ihren Sitz hatte. Die aus Rot-Klinker bestehende und mit Staffelgeschossen versehene Rückfront ist schlichter gebaut und typisch für Verwaltungsgebäude jener Zeit. Die Nationalsozialisten übernahmen diesen Baustil, der Macht so eindrucksvoll demonstrierte und machten ihn zum ideellen und ideologischen Standard.
Hanseatenhof
1922-1923
1922-1923
Am Anfang

Hanseatenhof

Der Kontorhausbau wurde 1922 durch die Architekten Heinrich Mandix und Hans Franck im Bereich des Sanierungsgebietes Altstadt-Süd und an dessen Südwestende als einer der ersten Neubauten errichtet. Der „Hanseatenhof“ war eines der ersten neuen Gebäude im damaligen Sanierungsgebiet südlich der Steinstraße. Der Backstein-Rohbau zeigt noch markante, dem frühen Baudatum geschuldete, Züge der aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg in Hamburg dominierenden Kontorhausarchitektur, die sich an die Heimatschutzbewegung anlehnte. Zwei einfach gestaltete Geschossaufbauten ersetzten nach dem Zweiten Weltkrieg das ursprüngliche mächtige Mansarddach, welches bei den unzähligen Bombenangriffen zerstört worden war.
Der Messberghof im Kontorhausviertel
1922-1924
1922-1924
Ballinhaus

Meßberghof

Das ursprünglich „Ballinhaus“ benannte und bekannte Kontorhaus am Meßberg wurde von 1922 bis 1924 von den Gebrüdern Hans und Oskar Gerson errichtet und gilt als Hauptwerk dieser Architekten. 1938 wurde das Haus von den Nationalsozialisten aufgrund der jüdischen Abstammung des Namensgebers Albert Ballin in „Meßberghof“ umbenannt. Die in der Eingangshalle stehende Büste von Ballin wurde ebenfalls zerstört. Als pikantes Detail erweist sich, dass die Firma Tesch & Stabenow, welche das Giftgas Zyklon B an mehrere Konzentrationslager lieferte, seit 1929 im Meßberghof ein Büro unterhielt.
Beim Meßberghof handelt es sich um einen Eisenbetonskelettbau. Im Unterschied zum Chilehaus weist der Meßberghof flächige Fassaden mit nur geringen Gliederungen auf, die weitgehend schmucklos sind, sodass lediglich die weißen Sprossenfenster und die ornamental durchbrochenen gemauerten Brüstungen der Staffelgeschosse Akzente setzen.
Die spärlich vorhandene Bauplastik wurde von Ludwig Kunstmann gestaltet. Die beiden Eingangsportale werden durch Vorlauben mit Sandsteindekorationen in expressionistischen, kristallin-splittrigen Formen gekennzeichnet, welche groteske Figuren integrieren und wie Maßwerk anmuten. Auch die acht überlebensgroßen figurativen Plastiken, die in Höhe des ersten Obergeschosses an den Fassadenpfeilern des Kopfgebäudes angebracht sind, erinnern in dieser Position unweigerlich an Sakralplastik. Die verloren gegangenen ursprünglichen Sandsteinskulpturen sind 1996/97 durch abstrahierende Bronzearbeiten von Lothar Fischer ersetzt worden, die den Titel Enigma-Variationen tragen.
Das Treppenhaus, mit seinem innovativen Design einer Wendeltreppe und dem durch alle Geschosse reichenden Auge, welches von einem kristallartig wirkenden Oberlicht abgeschlossen wird, wurde von Beginn an kaum frequentiert. Den Verkehr zwischen den einzelnen Stockwerken übernahmen stattdessen die ebenfalls innovativen Paternoster. Das Gebäude wurde 1983 unter Denkmalschutz gestellt.
1993-95 wurde das kriegszerstörte Dachgeschoss nach Plänen der Architekten Schweger & Partner in modernen Formen erneuert.
Hamburg-Altstadt, Burchardplatz: Chilehaus
1922-1924
1922-1924
Reichtum durch Salpeter

Chilehaus

Das Chilehaus entstand in den Jahren 1922 bis 1924 im Auftrag von Henry B. Sloman nach einem Entwurf von Fritz Höger als eines der ersten Gebäude des Kontorhausviertels. Es steht seit 1983 unter Denkmalschutz.
Mit seiner an einen Schiffsbug erinnernden Spitze und der charakteristischen Detaillierung seiner Fassaden gilt das Chilehaus als eine Ikone des Expressionismus. Diese fehlt in keinem Standardwerk über die Architektur des 20. Jahrhunderts. Mit der Kombination eines Stahlbetonbaus mit traditionellem Mauerwerk, verwirklicht mit einer kaum zu überbietenden gestalterischen und handwerklichen Virtuosität, schuf Höger eine moderne Bürohausarchitektur, wie sie auch international ohne Vorbilder war. Die reiche Bauplastik und auch Teile der Ausstattung in den Eingangshallen stammen von Richard Kuöhl.
Das Chilehaus dominiert mit seinen bis zu zehn Geschossen und der ikonischen Spitze nicht nur das Kontorhausviertel, sondern die gesamte Nachbarschaft. Durch den klinkerverblendeten Bau mit flachem Abschluss, verläuft die Straße Fischertwiete hindurch. Diese Straße wurde so überbaut, dass aus zwei separaten Gebäuden nach außen ein einziger Baukörper mit drei Innenhöfen entstanden ist. Die Fassadenabschnitte an der Fischertwiete, die das Gebäudezentrum markieren, sind überhöht. Die Twiete wurde in den 90er Jahren in eine Fußgängerzone umgewandelt.
2017 Montanhof Kontorhaus
1924-1926
1924-1926
Klinker & Art déco

Montanhof

An der Niedernstraße/Kattrepel liegt ein weiterer großer Klinkerbau mit dekorativen Elementen des Art déco. Diese keramischen Formstücke bereichern die Klinkerverkleidung der Fassade. Das Gebäude entstand in den Jahren 1924–1926 nach Plänen der Architekten Hermann Distel und August Grubitz (Büro Distel und Grubitz) für das Unternehmen Dobbertin & Co. bzw. die Reederei Komrowski, die dort heute noch ihren Sitz hat, mit einem typischen Staffelgeschoss.
Fernmeldeamt Architekturarchiv
1924–1926
1924–1926
Bürogebäude

Fernmeldeamt

Das Fernsprechgebäude und Postamt der Reichspost wurde 1924-26 durch Postbaurat Martin Thieme errichtet. Über dem als Sockel behandelten Erdgeschoss (ehemals Postamt) ist das Gebäude charakterisiert durch glattes Klinkermauerwerk mit geringen Ziersetzungen und geringem Relief, ausgestattet mit eindrucksvollen Keramikportalen bzw. ebensolchem Eingang sowie breiten Dreiecksfenstern. Die Hauptzone der Fassade ist symmetrisch gegliedert. Das durch eng gesetzte Pfeiler mit Dreieckslisenen betonte Mittelkompartiment erhält durch glatte einachsige Abschnitte einen festen Rahmen; Diese Dreigliedrigkeit setzt sich in den Staffelgeschossen fort. Der sich staffelnde obere Abschluss bildet durch die besondere, profiliert überstehende Keramikabdeckung der Lisenen ein besonders reizvolles Moment. Der Eindruck der Architektur des Chilehauses ist merkbar, doch entfaltet der Bau dank der Fassadengliederung durchaus eigenen Charakter und stellt trotz der stärker zurückgenommenen Gliederung zwischen dem expressionistischen Montanhof und dem sachlichen Mohlenhof einen prägenden Komplex im Kontorhausviertel dar. Das Gebäude wurde 2000 unter Denkmalschutz gestellt.
2019 Sprinkenhof Detail Fenster
1927-1943
1927-1943
Das größte Kontorhaus im Viertel

Sprinkenhof

Der Sprinkenhof entstand 1927 bis 1943 in drei Bauabschnitten (1927 / 1928; 1930 - 1932 (2. BA); 1939 - 1943 (3.BA) ). Erbaut wurde er von Hans und Oskar Gerson zusammen mit Fritz Höger. Der Sprinkenhof war damals Hamburgs größter Bürokomplex. Er umschließt drei Innenhöfe. Von 1999 bis 2002 fand ein Umbau mit umfassender Sanierung statt.
Die Fassade ist mit regelmäßigen Ornamenten von Ludwig Kunstmann—Symbole von Handel und Handwerk—aus Klinker und Terrakotten verziert. Neben dem Süd-Eingang im Zentralbau ragt eine riesige Faust mit einem vergoldeten Hammer aus der Fassade, die ebenfalls von Ludwig Kunstmann stammt.
Historische Aufnahme Detail Figur Mohlenhof DA Bildarchiv
1927–1928
1927–1928
Erster Klophausbau im Viertel

Mohlenhof

Das Kontorhaus Mohlenhof wurde in den Jahren 1927 und 1928 von der Architektengemeinschaft der Herren Rudolf Klophaus, August Schoch und Erich zu Putlitz entworfen und errichtet. Die Schlichtheit des flach gedeckten siebengeschossigen Baus—mit zusätzlichen Staffelgeschossen—spiegelt die architektonischen Tendenzen der späten 1920er Jahre wieder. Die durchgängigen seriell gegliederten Lochfassaden an den Straßenseiten sind mit Klinker verblendet und im Innenhof verputzt und hell gestrichen. Der Haupteingang wird durch eine Skulptur und Reliefs von Richard Kuöhl akzentuiert, die aus echtem Tuffstein bestehen. Dargestellt ist ein Merkur, der eine Kogge auf der Schulter trägt und eine Hammonia—die Personifikation Hamburgs—in Form einer kleinen Kore in der Hand hält. Diese überlebensgroße Skulptur wird auf beiden Seiten von Reliefs mit Szenen flankiert, die die fünf Kontinente symbolisieren.
Wie auch bei den anderen Kontorhäusern ist die Eingangshalle des Mohlenhofs repräsentativ ausgestattet. Der Fußboden besteht aus weißem Marmor, die Wände sind mit Travertin verkleidet. Es sind noch zahlreiche Art-Déco-Details aus der Erbauungszeit erhalten, wie z. B. die flachen rechteckigen Leuchtkörper an den Decken, die von ornamentalen Stuckprofilen eingefasst werden oder die Messingtür, die mit einem abstrakten Relief versehen ist. Das Gebäude wurde 2003 unter Denkmalschutz gestellt.
1931
1931
Burchardhof

Hubertushaus

Bei dem 1930-1931 gebauten Kontorhaus setzten die Architekten Max Bach und Fritz Wischer in sachlicher Art und Weise die Ideen des „Neuen Bauens“ konsequent im Hamburger Klinker um. Die Gliederung des Komplexes stellt sich in der für diesen Stil typischen Form aus kubisch einfachen Elementen, gepaart mit Fensterstürzen, welche durch Gesimse mit den Fenstern zu Bändern zusammen gezogen werden. Das Haus ist aus kubisch einfachen Elementen im Sinne des „Neuen Bauens“ errichtet. Auf repräsentative Elemente wurde komplett verzichtet. Das Haus Hubertus wurde später in Burchardhof unbenannt.
1936-1937
1936-1937
Wohngebäude

Altstädter Hof

Der Wohnhauskomplex „Altstädter Hof“ wurde von Rudolf Klophaus in den Jahren 1936-1937 im Auftrag der Nationalsozialisten errichtet. In Erinnerung an die im selben Jahr ausgetragenen Olympischen Spiele wurden vom Bildhauer Richard Kuöhl gefertigte Olympische Ringe über dem Eingang zur Hofeinfahrt angebracht. Die Sandsteinskulpturen über den Haustüren des Backsteinbaus wurden ebenfalls von Kuöhl gestaltet. Sie sollten die „gute alte Zeit“ im Sinne der NS-Ideologie wieder aufleben lassen. Zu sehen sind Bauern und Handwerker in entsprechender Kleidung: Zimmerer, Schmied, Postbote, Matrose, Fischer, Gemüsehöker, Schornsteinfeger, Musikant, Nachtwächter, ein Vierländer Blumenmädchen und eine Mutter mit möglichst vielen Kindern, welche für die Nationalsozialisten das Idealbild einer zeitgenössischen Frau und ihrer gesellschaftlichen Rolle darstellte. Die Fassaden sind in freier Symmetrie ausgebildet, strukturiert durch flache Erker und bereichert mit Balkonen.
1938
1938
Helmut-Schmidt-Haus

Pressehaus

Das Kontorhaus wurde 1938 von Rudolf Klophaus für das ‚Hamburger Tagblatt’ (offizielles Organ der NSDAP), errichtet und bildet den westlichen Abschluss des Kontorhausviertels. Die Bedeutung des Hauses für die Nationalsozialisten wird durch die Teilnahme von Joseph Goebbels an der Grundsteinlegung am 22. Oktober 1938 deutlich. Der Bau setzt einerseits durch seine blockbestimmte Dimensionierung des Gebäudes und die großmaßstäbliche Entfaltung des Baukörpers die Kontinuität der älteren Bebauung des Kontorhausviertels fort, verbindet diese auf der anderen Seite aber mit den zeittypischen vereinfachten Elementen des Traditionalismus der Nazi-Ära, wie der Backsteinfassade, den Sprossenfenstern und rundbögigen Arkaden. Die zeitgenössische, in diese Symbiose passende ‚volkstümliche’ Plastik zur Dekoration des Haupteingangs stammt von Richard Kuöhl. Sie stellt das Sandsteinrelief einer Kogge dar, die als Firmenemblem auch den Zeitungskopf zierte. Der Rolle des Tageblattes als „gauamtliches Organ der NSDAP“ entsprechend, trug das Segel ein Hakenkreuz, das nach dem Krieg entfernt wurde.
Nachdem das im Krieg zerstörte Walmdach durch Staffelgeschosse ersetzt worden war, zogen von der britischen Besatzungsmacht lizensierte Printmedien in den Bau ein, wie beispielsweise die Wochenzeitung „Die Zeit“, welche als einziger Verlag dem Haus durchgehend treu blieb, oder das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“. Im Oktober 1962 war es so auch Schauplatz der so genannten „Spiegel“- Affäre.
Seit November 1999 steht es unter Denkmalschutz.
1938-1939
1938-1939
Hochbahn

Bartholomay Haus

Am 1939 erbauten Bartholomayhaus fallen besonders die überdimensionierten Blend- oder Scheingiebel auf, mit denen der Architekt Rudolf Klophaus unter Zuhilfenahme der Formen der Hamburger Kaufmannshäuser des 18. Jahrhunderts seinen eher am Traditionalismus orientierten Stil fortsetzte und sich dabei den konventionellen Leitbildern der NS-Zeit unterordnete. Die Fassaden zeichnen sich über der hohen Ladenzone mit rundbogigen Öffnungen durch mit hochrechteckigen, einfach eingeschnittenen Fenstern ausgestatteten Obergeschossen aus.
Bei Renovierungsarbeiten an der Außenfassade neben der Eingangstür wurde ein „Schattenmann“, die Symbolfigur der am 1. September 1939 vom „Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda“ eröffneten Kampagne „Feind hört mit!“ aufgedeckt. Diese Figur war in jeder Zeit in Form von Malereien oder Plakaten inklusive der namensgebenden Unterschrift „Feind hört mit!“ weit verbreitet. Damit wurde die „totale Überwachung“ der Bevölkerung eingeleitet.
2017 Burchardstraße 19-21 Hamburg Kontorhaus
1956
1956
Nachkriegsergänzung im Kontorhausviertel

Burchard-straße 19-21

1954- 1955 erbaut durch die Architekten Puls & Richter für Dobbertin & Co. Es handelt sich nicht, wie man meinen könnte, um einen Wiederaufbau eines kriegszerstörten Gebäudes, sondern vielmehr um den jüngsten, erst nach dem Zweiten Weltkrieg errichteten Baukomplex, mit dem das Kontorhausviertel abgeschlossen wurde. Die Architekten knüpften mit diesem Bau an die Moderne der zwanziger Jahre an. Die Konstruktion, die als starkes Element die Fassade prägt, sowie die Gliederung des Baukörpers, mit „Hochhaus“ an der Straßenecke und mit Staffel, geben dem Bauwerk im Vergleich zu den benachbarten älteren Kontorhäusern durch die Zweifarbigkeit des Fassaden, die Elastizität des Flügels an der Burchardstraße und die schlankeren Proportionen eine gewisse Beweglichkeit und Eleganz, die für die Nachkriegsmoderne typisch ist. Diese Gestaltung bringt einen neuen Akzent ein und komplettiert das Kontorhausviertel auch in architekturgeschichtlicher Hinsicht. Städtebaulich sehr präsent am Nordausgang von der Straße Kattrepel in die Steinstraße stellt der Bau eine charakteristische Eigenheit im Stadtbild dar. Das Gebäude wurde 2000 unter Denkmalschutz gestellt.
1983
1983
Bauer Media Group

Burchard-straße 11

Das von Graaf, Schweger und Partner entworfene Gebäude wurde in den Jahren 1979-1983 erbaut. Es steht seit 2020 unter Denkmalschutz.

Impressionen

Chilehaus B
Fischertwiete 1
D-20095 Hamburg

Der Info Point ist Mo-Fr von 10:00h bis 15:00h geöffnet. Wir freuen uns, Sie nun in der Fischertwiete begrüßen zu dürfen. Lassen Sie sich von unseren kompetenten Mitarbeiter*innen beraten oder stöbern Sie einfach selber in der Vergangenheit.

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